Die Musiker
(Dies sind die Promo-Texte von 1996. Kurze Updates am Ende in Kursivschrift).


Norbert Sonderfeld

... ist Kopf, Motor und Stimme der Band. Er schreibt alle Texte, singt und liefert die meisten musikalischen Ideen. Spielt gelegentlich Keyboards, mal auch Violine.
Bevor er mit Sonderfeld zum Begründer des deutschen Keuchrock wurde, beinhalten seine musikalischen Aktivitäten Frühpunk (als Keyboarder in Schülerbands - eher aus der Not als aus dem Wunsch geboren), Klassik (Auftritte mit Werken von Mozart, Konrad Kujau sowie Creutzfeld und Jakob), Oldies (1977 war es Avantgarde, Oldies zu spielen!), Folk (als Bassist!), volkstümliche Musik (als Bassist bei einem meist in Altersheimen auftretenden Akkordeonorchester), Neue Deutsche Welle, Jazz (oder was er dafür hielt), psychedelische Exkursionen (immer wieder), schlechten Hardrock, Avantgarde (bei The Strong und The Raydream Designers), keinesfalls zu vergessen natürlich Dark Wave und Industrial.
Als Sänger gibt es Ausflüge in den Singer/Songwriter-Bereich (seine Demos sind beliebt als Referenz für Lo-Fi höchster Qualität) und in den Chorgesang (beim Frankfurter DGB-Chor, der einen Bereich zwischen Madrigalen, Mendelssohn-Bartholdy, Eissler, Folklore aus aller Welt und den Caprifischern abdeckt). Es gab auch Experimente mit Sequencern und improvisierten Texten. Schrieb auch Texte für Heavy-Metal- und Progressive-Rock-Bands und für Chansonniers und Kabarettisten.
Schon in den 70ern beschäftigte er sich mit Computern und versuchte, einem IBM XT das Komponieren beizubringen. Interessierte sich damals für Video - in Experimentalvideos mit Kunststudenten und als Kameramann für verschiedene Dokumentationen. Arbeitete als Tontechniker bei einer Revue-Produktion, spielte in einem nie fertiggestellten Krimi einen geistig verwirrten, behinderten Hauptverdächtigen. Ebenfalls unvollendet sind zwei Romane, veröffentlicht wurden jedoch Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitschriften und in einer Anthologie ("Karl und andere").
Heute ist er in fast allen musikalischen Welten zuhause und nutzt seine Passion und sein enzyklopädisches Popmusikwissen auch als Autor für verschiedene Musikzeitschriften und als Radio-Moderator. Da sein eigentlicher Berufswunsch als Wanderwegemarkierer auf dem Feldberg nicht in Erfüllung ging, arbeitet er jetzt als Programmierer in einem Handelsunternehmen. Er lebt in der Nähe von Wiesbaden.
Norbert verstarb im Dezember 2018 an einer Kombination seiner zahlreichen Krankheiten.

Hans Jäckel

... begann 1965, die damals verfemte Beat-Musik zu machen, nachdem seine E-Musik-Karriere mit dem Titel "Akkordeon-Landes-Jugend-Meister" den Höhepunkt erreicht hatte. Privat eher zu schwerer Kost neigend (Zappa, King Crimson, Lee Buddah) erwähnt er gerne seine Zeit mit Cindy und Bert. Seine musikalische Erfahrung reicht von zeitgenössischer E-Musik (1964!) über Mandolinenchöre, Psychedelic (1968), Art Rock (72), Kraut Rock (74), Jazz Rock (80), Kappensitzungen/Hochzeiten (auch heute noch immer mal wieder), aufgeklärtem Punk (84) und Funky Blues bis zur Show-Big-Band.
Die frühen Bandnamen rühren zur Wehmut: The Wonderboys (1965), The Eruption (um 1970), Take it Easy, Golden Eight Tanz- und Showorchester, Studio Ottweiler (alles lange her und weit weg), Paul Lonergan Band, Mainhätten Ramblers, Hochaktuell dagegen Thomas Sieben's The Praktiker.
Als mit allen Wassern gewaschener Dilettant (wie er sich selber bezeichnet) hat er seine stilistische Orientierungslosigkeit in den Dienst von Sonderfeld gestellt, wo er die Gitarren sowie gelegentlich Mandoline, Akkordeon oder Keyboards spielt. Er ist Dr.rer.pol., lebt in Frankfurt und arbeitet dort bei einer Bank.
Hans ist heute kein Banker mehr, aber immer noch Musiker. Nach Sonderfeld spielte bzw. spielt er noch bei The Praktiker, Xangxverein, Mainhätten Rämblers und Papa Takata.

Carsten Eckermann

... war früher unter anderem Lead-Sänger und Bassist bei der Offenbacher Hippie-Metal-Band Lore. Mit seinem sparsamen Bassspiel und seinem Sound und neuerdings auch mit seiner Stimme und seinen Zauberhänden am Mischpult bringt er sonderbare Farben in die Musik von Sonderfeld ein. Als Elektroingenieur liebt und kennt Carsten alte Röhrenverstärker, als Konzertveranstalter, Tourmanager, Mischer und Equipment-Verleiher für meist amerikanische Bands hat er viel mit Musikern, Veranstaltern und ähnlichen Problemen zu tun.
Carsten zog 2008 nach Köln und 2019 zurück nach Frankfurt. Nach Sonderfeld spielte er in verschiedenen Kölner Bands und in Frankfurt bei The Imperial Mustard. Er baut und verkauft außerdem selbstgelötete Gitarreneffekte für Röhrensüchtige.

Quintus Kannegiesser

... an Schlagzeug und Perkussion und am Mischpult hat großen Anteil an der rhythmischen Vielfalt und Lebendigkeit der Musik von Sonderfeld. Die oft ursprünglich auf dem Computer entstandenen, unspielbaren Figuren bringt er zum Leben und setzt sie auf seinem unkonventionellen Drum-Set um in sehr akustische Klänge. Quintus trommelt(e) unter anderem bei Smiles in Boxes, Pat Johnson, Bob Lyng, Lame, Gravity Sucks und Pat Thomas, ist als Produzent tätig (Cosmic Twins, Slags, A.O.K., Mushroom), machte das legendäre Doggy Bag Label und ist heute als Musik-Promoter in Hamburg tätig.

Martin Krieger

... spielt Keyboards (außer dem Akkordeon - Hans), alle Arten von Blasinstrumenten und was sonst noch so anfällt. Er ist studierter Musikwissenschaftler mit einer theoretischen Vorliebe für italienische Madrigale des späten 16. Jahrhunderts - die er irgendwie als Ergebnis seiner 20jährigen Bandmusikaktivitäten versteht (Jazzrock, Funkrock, Deutschrock, Rockrock, Jazzjazz, Funkfunk, Bluesrock, Tanzmusik, Rockblues, Theatermusik, Musiktheater, Barock, Bartok...).
Wenn der chaotisierende Multiinstrumentalist ("Ist Free Jazz heilbar?") nicht gerade in der Frankfurter Gegend als Gast- und Session-Musiker, Komponist und Arrangeur unterwegs ist, versucht er beispielsweise, die ergreifenden Orchesterwerke des jungen Sigmund Freud mit den waghalsigen Kulturanalysen des späten Arnold Schönberg zu verbinden. Für seine Rolle bei Sonderfeld beruft er sich auf das Postulat, das Guglio Cesare Monteverdi für seinen Bruder Claudio formulierte: Der Text sei die Herrscherin über die Musik, diese habe jenen notfalls auch mit den häßlichsten Mitteln zu unterstützen.

Stand 28.6.2021