
Martin Krieger
bei Sonderfeld an Keyboards, Saxophone, Klarinette,
Flöten, Harp und Slide Guitar zu hören, ist studierter Musikwissenschaftler
mit einer theoretischen Vorliebe für italienische Madrigale des späten
16. Jahrhunderts - die er irgendwie als Ergebnis seiner 20jährigen
Bandmusikaktivitäten versteht (Jazzrock, Funkrock, Deutschrock, Rockrock,
Jazzjazz, Funkfunk, Bluesrock, Tanzmusik, Rockblues, Theatermusik, Musiktheater,
Barock, Bartok...). Wenn der chaotisierende Multiinstrumentalist ("Ist
Free Jazz heilbar?") nicht gerade als Gast- und Session-Musiker, Komponist
und Arrangeur unterwegs ist, versucht er beispielsweise, die ergreifenden
Orchesterwerke des jungen Siegmund Freud mit den waghalsigen Kulturanalysen
des späten Arnold Schönberg zu verbinden. Für seine Rolle
bei Sonderfeld beruft er sich auf das Postulat, das Guglio Cesare Monteverdi
für seinen Bruder Claudio formulierte: der Text sei die Herrscherin
über die Musik, diese habe jenen notfalls auch mit den häßlichsten
Mitteln zu unterstützen.
21.7.2000